Foto: Wolfgang Wilhelm / Albrecht Bähr (links) und Dr. Marc Jan Eumann (rechts)

Das breite Aufgabenspektrum einer Landesmedienanstalt spiegelt sich in der Vielfalt der Themen, mit der sich die Fachausschüsse der LMK-Versammlung befassen: Über die Aufsicht und Zulassung von Veranstaltern, den Kinder- und Jugendmedienschutz, über Rundfunktechnik, Medienkompetenz, Bürgermedien und den digitalen Wandel gilt es in den Ausschuss- und Versammlungssitzungen zu beraten und zu entscheiden. 42 ehrenamtliche Repräsentantinnen und Repräsentanten gesellschaftlich relevanter Gruppen setzen sich dazu mit aktuellen Konflikten und Problemlagen der audiovisuellen und digitalen Medien auseinander und diskutieren Medientrends und Entwicklungen und deren Auswirkungen auf die mediale Demokratie und die Informationsfreiheit der Menschen in unserem Bundesland und darüber hinaus.

Dabei gilt unser Augenmerk dem Beitrag, den regionale und lokale TV- und Radiosender zur Meinungsvielfalt in unserer Demokratie leisten, ebenso aber auch den neuen Impulsen, die von Internetstars, „Influencern“ und „Gamern“ ausgehen. Für die bekannten linearen wie für die neuen nonlinearen Medienereignisse gelten Regeln. Es gilt mehr Chancengleichheit herzustellen – zwischen der „alten“ und der „neuen“ Medienwelt einerseits wie zwischen den Produzent*innen und den Nutzer*innen.

Die Idee der medialen Teilhabe hat in Rheinland-Pfalz mit den Offenen Kanälen eine besonders lange Tradition und in 20 Bürgerfernsehsendern eine vielgestaltige Gegenwart. Die OK-TV-Vereine als Paradebeispiel für bürgerschaftlichen Einsatz verdienen Ermutigung und Unterstützung auf ihrem Weg in eine mediale Zukunft, in der die Vielfalt der Verbreitungswege wächst und die Frage der Auffindbarkeit sich immer wieder neu stellt.

Menschen aller Altersgruppen dabei zu helfen, sich im digitalen Wandel zu behaupten und das wachsende digitale Medienangebot selbstbewusst zum eigenen Besten zu nutzen ist eine immer wichtigere Aufgabe unserer Landesmedienanstalt. Sie gelingt, weil alle Teil- und Tochterorganisationen koordiniert an der Realisierung einer gemeinsamen Bildungsstrategie arbeiten. Für die Medienanstalt, für die EU-Initiative klicksafe, die Stiftung MedienKompetenz Forum Südwest, das Bildungszentrum Bürgermedien und medien+bildung.com gGmbH sind wir in der Versammlung konstruktive Partner und Wegbegleiter.

Der Jahresbericht 2018 der LMK lädt seine Betrachterinnen und Betrachter dazu ein, das eine oder andere Detail aus der vielfältigen Arbeit der Medienanstalt näher kennenzulernen. Der Berichtscharakter wird dabei etwas aufgebrochen und erlaubt Einblicke in die engagierte und hochspezialisierte Arbeit der Mitarbeiter*innen wie auch der Versammlungsvertreter*innen.

Albrecht Bähr
Vorsitzender der LMK-Versammlung

Mit seinem Rundfunkurteil vom 18. Juli 2018 hat das Bundesverfassungsgericht die Aufgabe der Medienanstalten und ihre Bedeutung für die deutsche Medienlandschaft sehr klar beschrieben. Auch die Erhebung des Rundfunkbeitrages, mithin die Finanzierungsgrundlage der Medienanstalten, wird als verfassungsgemäß bestätigt. Das Bundesverfassungsgericht unterstreicht, dass der Anteil der Landesmedienanstalten am Rundfunkbeitrag geboten sei. Durch ihre Zulassungs- und Aufsichtstätigkeit verhindern sie eine vorherrschende Meinungsmacht einzelner Veranstalter, sichern die Vielfalt im privaten Rundfunkangebot und tragen so entscheidend zur Balance im gesamten dualen System bei.

Das Gericht bestätigt auch die Bedeutung der weiteren Aufgabenbereiche: Die Förderung von Offenen Kanälen gehört ebenso dazu wie die Förderung von Projekten der Medienkompetenz und die Förderung der technischen Infrastruktur und neuer Übertragungstechniken. Der Schutz der Menschenwürde in den Medien, Vielfaltssicherung und das Ermöglichen von Teilhabe in einer digitalen Gesellschaft sind damit höchstrichterlich anerkannte Kernaufgaben.

Mit dem Jahresbericht für 2018 möchten wir Ihnen einen Einblick in unsere Arbeit ermöglichen. Unser erster Online-Jahresbericht enthält die Zahlen und Fakten zum vergangenen Jahr, die Sie von einem Jahresbericht erwarten dürfen. Darüber hinaus gibt uns die Gestaltung des Berichts als Website die Chance, Sie multimedial über Arbeitsbereiche und Themen zu informieren. Schlaglichtartig erklären wir am Beispiel von Werbung in Social Media Posts unsere Aufgaben im Bereich Medienaufsicht. Ein weiteres Video ist dem Kinder- und Jugendmedienschutz gewidmet. Mit einem Video zum Projekt „Ohrenspitzer“ der Stiftung MedienKompetenzForum Südwest erleben Sie Zuhörförderung vor Ort in der Kita. Für das gelungene Experiment des Jahresberichts als Multimedia-Website bedanken wir uns bei unseren Partnern Prof. Olaf Hirschberg und Prof. Julia Kühne sowie Studierenden von der Hochschule Mainz.

Mein Dank gilt dem Vorsitzenden unserer Versammlung, Albrecht Bähr, stellvertretend für alle Gremienmitglieder. Das ehrenamtliche Engagement und die Unterstützung unserer pluralen Aufsicht sind unverzichtbar zur Sicherung von Vielfalt und Unabhängigkeit. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der LMK medienanstalt rlp danke ich für ihren Einsatz und ihre Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Wir haben noch viel vor.

Herzlich Ihr

Dr. Marc Jan Eumann
Direktor

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